Donnerstag, 15. Mai 2008

Ein Wunderwerk

Der neue Roman von Thomas Pynchon ist ein überwältigendes Prosa-Gebirge. Es hat keine Logik – außer seiner eigenen

"Warum ist das nicht nur selbstlaufende Wirrnis, eine zuchtlos über alle Ufer tretende Fantasieschwemme? Weil Pynchon sein bis zur Betäubung rasendes Riesenrad anhält – und zack, sind wir nicht mehr im Gespräch mit einem weißen Blitz, sondern mitten im Kampf der amerikanischen Gewerkschaften um die Jahrhundertwende. Pynchon hat uns nicht nur eine Pistolero-Scheherazade zurechtgegaukelt, der in früher Jugend bei Boeing als technischer Zeichner Debütierende und die Rüstungsindustrie Studierende hat uns auch die Saga von der Gewalt als Wurzelboden der amerikanischen Gesellschaft erzählt (allein aus den zahllosen Waffenbeschreibungen ließe sich ein unergötzliches Glossar zusammenstellen). Wie bei aller großen Literatur – von Werther bis zur Kartause von Parma oder zu den Romanzyklen des John Dos Passos – schmilzt unser Autor Wirklichkeit mit ein; er singt »die große antikapitalistische Hymne«, er zeigt das Menschenzerstampfende der industriellen Gründerjahre, in denen aus Blut und zerschundenen Knochen jener gleißende Reichtum der Carnegies und Rockefellers entstand, den wir heute noch in des Eisenbahnkönigs prunkvoller Frick Collection bewundern."

Von Fritz J. Raddatz | © DIE ZEIT, 15.05.2008 Nr. 21
Ein Wunderwerk

Donnerstag, 8. Mai 2008

Happy Birthday, Mr. Pynchon

Aliens don't suck!, a web-magazine run by Tommaso Pincio

"Tommaso Pincio" ist das Pseudonym von Marco Colapietro, einem italienischen Romanautor, der bis jetzt vier Romane sowie einen Essayband zum Alien-Mythos im 20. Jahrhundert veröffentlicht hat: "Die Außerirdischen: Der größte Mythos des 20. Jahrhunderts" (Rogner & Bernhard; Oktober 2007):
Inhalt
1. Where is everybody? 9
2. Ein Mythos unserer Zeit 20
3. Was keinen Namen hat, existiert nicht 33
4. Mars und Marsmenschen 46
5. Das Jahr der Big Bangs 59
6. Fliegende Sehnsüchte 76
7. Das Hakenkreuz im All 92
8. Der seltsame Ufo-Absturz bei Roswell 105
9. Die angsterfüllten fünfziger Jahre 121
10. Die Kommission »Robertson« 128
11. Männer in Schwarz 137
12. Im All oder auf der Straße? 148
13. Blondinen bevorzugt – auch von Aliens 158
14. Entführungen 166
15. Der Psychotrip 175
16. An der Himmelspforte 185
17. Die ausgebliebene Landung 196
18. Ein Traum und seine Wüste 205
19. Küss mich, Dummkopf 215
20. Silicon Alien 227
21. The Matrix has you 238
Epilog 249
Anhang 255
– Bibliografie 257
– Filmografie 261
– Webseiten 263
Aliens don't suck!, a web-magazine run by Tommaso Pincio
Wikipedia-Eintrag


Azymuth - Dear Limmertz (1980)


Steely Dan - Barrytown

Mittwoch, 9. April 2008

Moby Disk 1.1.1

Schöne Sache, mal schauen, was noch draus wird!
"Call me method. Through a Commodore VIC-20 of recirculation I wet the bed early for a long time. Motherboard died today. A screaming comes across this guy - the guy above the port who was the color of television, tuned. It was a nice and stormy dork. As Feature awoke one morning from disquieting dreams, he found himself transformed into a giant insect. (…) You are about to begin executing Nick Montfort’s new novel, Moby Disk, or the Worm. It was a wrong number that started it, the telephone vibrating three times in the dead of night, and the voice on the other end saying “forty one.” The station wagons arrived at noon. It was a bright cold day in April, and the clocks were striking thirteen. If you’re going to, read this. It was the best of rhymes, it was repetition."
Moby Disk 1.1.1
Moby Dick, Finnegans Wake, Der Fremde, Gravity's Rainbow, Die Verwandlung...

Samstag, 22. März 2008

Der Fluch des Christentums

Die Sieben Geburtsfehler einer alt gewordenen Weltreligion. Eine kulturelle Bilanz nach zweitausend Jahren
"(…) werde ich stattdessen, im Gegenzug zu den sieben Todsünden des Papstes, auf sieben Geburtsfehler des Christentums verweisen, die es gar nicht beheben kann, weil dies bedeutete, sich selbst aufzuheben. Vielleicht aber ist diese Selbstaufgabe der letzte segensreiche Dienst, den das Christenturn unserer Kultur nach 2000 Jahren zu leisten vermöchte; wir könnten es dann in Frieden ziehen lassen."
VON HERBERT SCHNÄDELBACH
Die Zeit, Nr. 20, 11. Mai 2000, S. 41-42
Der Fluch des Christentums
Gott und Glauben
Lesart Spezial: Bücher über Religionen, 21.03.2008, 12:30 Uhr.
Beitrag zum Nachhören

Die Geburt der modernen Wissenschaft

Die Entdeckung der himmlischen Ordnung in der Antike
"Wer über die moderne Wissenschaft nachdenkt, muss zu den Quellen reisen, zu den alten Griechen, allen voran zu Sokrates, Platon, Aristoteles, die in der Philosophie das Vernunftprinzip verankert und damit die erste Grundlage für eine systematische Erfassung oder Deutung der Natur und des Kosmos geliefert haben. Die Suche nach einer vernünftigen transzendentalen Ordnung hinter den sichtbaren Dingen ermöglicht in der Antike die Formulierung von allgemeinen Gesetzmäßigkeiten. Allerdings blendeten Philosophen wie Aristoteles die Empirie, die Welt der Phänomene, letztlich aus, ihre Modelle, ihre Vorstellungen basierten auf Ideen, die mit der Wirklichkeit nicht kompatibel waren."
Die Geburt der modernen Wissenschaft — von Ernst Peter Fischer und Harald Lesch.
Zum Lesen und Hören.


Santana — Singing Winds Crying Beasts (Abraxas, 1970)

Freitag, 14. März 2008

Endlich im Netz...die 2001-Doku über Thomas Pynchon:

A Journey Into The Mind Of P
2001 German documentary on author Thomas Pynchon

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